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Autorenlesung „…Der Lebensweg des Fräulein Preuß“

Autorenlesung „…Der Lebensweg des Fräulein Preuß“

Der Verein organisierte im November ein Treffen mit Frau Dorota Paśko-Sawczyńska, Autorin des vor kurzer Zeit erschienen Buches „Von Weepers nach Wieprz. Der Lebensweg des Fräulein Preuß“ Sie las den Teilnehmer des Projektes aus ihrem Buch vor und zeigte zur Veranschaulichung auch Dias von den darin erwähnten Orten. Eine sehr interessante Geschichte.Das Buch ist in Polnisch und Deutsch veröffentlich worden. Informationen darüber in Deutsch findet man im Internet unter dem Titel des Buches.

Foto: Autorin des Buches

Im Mitteilungsblatt der deutschen Minderheit in Ermland und Masuren Nr.11/2012 hat Uwe Hahnkamp über das Buch einen Artikel verfaßt, den wir im Folgenden zitieren:   Ganz einfach von hier

800 Jahre lang lebte die Familie Preuß am selben Ort: pruzzisch Weepern, deutsch Weepers, polnisch Wilczaki und dann Wieprz. Die letzte hiesige Vertreterin war Edelgard Hermann, geborene Preuß, die vor drei Jahren starb. Ihre Erinnerungen hat Dorota Paśko-Sawczyńska, die Bürgermeisterin des nah gelegenen Dorfes Motitten (poln,Matyty), aufgezeichnet und jetzt als Buch rausgegeben.

Am 27.Oktober herrschte auf dem agrotouristischen Hof „Przystań“ von Dorora Paśko-Sawczyńska in Motitten Betrieb wie sonst zur Feriensaison. Über 60 Personen waren zur Präsentation ihres ersten Buches „Von Weepers nach Wieprz. Der Lebensweg des Fräulein Preuß“ gekommen.. Ob Gäste des Hofs, Freunde der Autorin oder die Vertreter der lokalen Bevölkerung , alle einte an diesem Tag das Interesse an der regionalen Geschichte. Der regionalen Geschichte, wie sie an einem persönlichen Schicksal, dem von Edelgard Preuß, deutlich wird.
Dabei entstand das Buch aus einem Zufall „wie viele interessante Dinge“, so Dorota Paśko-Sawczyńska „ein Gast hat mich auf Edelgard Preuß aufmerksam gemacht, die ich bis dahin noch nicht kannte. Ich habe ihm selbst gebackenes Brot und Konfitüre für sie mitgegeben“. So ergab sich der erste Kontakt und daraus später jahrelange Gespräche, die in einem unerwartet großen Umfang das Material lieferten, das jetzt im Buch verarbeitet vorliegt.
Auf einem Ausflug konnten die Teilnehmer der Veranstaltung viele der im Buch erwähnten Orte erleben.Die Insel Bukowitzwerder (poln.Bukowiec) etwa, die der Familie Preuß gehörte und ihr nach ihrer Enteignung kurze Zeit als Wohnort diente. Dort gibt es eine Fluchtburg der Pruzzen, auf der Ende des Zweiten Weltkrieges mehrere Personen begraben wurden, darunter eine Frau Preuß aus Insterburg, ein im See eingefrorener deutscher Soldat und Stefan, ein ehemaliger Offizier der zaristischen Armee und Zwangsarbeiter bei der Familie Preuß.
Einzelheiten dieser Art machen das Buch und machten den Ausflug interessant. Zwar war von der Familie niemand gekommen, aber mit der aus Weepers stammenden Hilda Kłosińska war eine Augenzeugen dabei, die Edelgard Preuß persönlich kannte. Sie ergänzte mit ihrem Wissen die Erklärungen vor Ort um interessante Details; das „Weise Haus“ von Wieprz, das Hölzerne Klohäuschen, das die Zeiten anders Edelgard Preuß‘ Geburtshaus unbeschadet überdauert hat. Oder ihre Erinnerungen an die eine oder andere Person trugen zu der Faszination des historischen Spaziergangs bei.
Auch mit dem Haus, in dem Edelgard Preuß ihren Lebensabend verbrachte, hat es eine besondere Bewandtnis „meine Vorfahren hatten schon in der Zeit vor den Kreuzrittern das Recht, auf dem Geserichsee (poln.Jezioro Jeziorak) Fische zu fangen“ zitiert Dorota Paśko-Sawczyńska sie im Buch. Die Familie beschäftigte Fischer und errichtete ihnen Häuser. Dazu gehörte das Ehepaar Herold, das ihr Fischerhaus der Tochter ihres früheren Arbeitsgebers überschrib, so dass diese einen Platz zum wohnen hatte.
Alles in allem, kein leichtes Leben in einer bewegten Zeit. Doch wie sieht sich Edelgard Preuß selbst? Die Aussage zu ihrer Identität hat Dorota Paśko-Sawczyńska an den Schluß des Buches gestellt: „Ich bin keine Deutsche – wenn ich eine wäre, würde ich schon lange in Deutschland wohnen. Aber sdas ist nicht mein Land. Ich bin auch keine Polin, obwohl ich in Polen wohne. Meine Familie stammt von den Pruzzen ab. Ich bin ganz einfach von hier – aus Wieprz, Weepers oder vielleicht sogar aus Weepern?“. Eine lokale Verwurzelung, die vielen heutigen Bewohnern des Dorfes fehlt.
Das Buch, das jetzt auf Polnisch und Deutsch veröffentlich wurde, könnte daran etwas ändern – und der geplante Pfad auf den Spuren von Edelgard Preuß wird diesen Effekt noch verstärken.

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